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21. Mai 2012
// Flandernroute
Von der Maas bis an die Nordsee (348 km)
Vom Obstgarten Flanderns bis zu den "tollen Brauern"
  Von der Maas bis an die Nordsee (348 km)

Die südliche Strecke der Flandernroute beginnt im Haspengau, dem Obstgarten Flanderns. Wenn die Obstbäume blühen oder wenn die Kirschen, Birnen und Äpfel gepflückt werden, ist eine Radtour durch die hügelige Landschaft ein Erlebnis.

Schon die Römer haben sich in dem fruchtbaren Land niedergelassen und den Weinbau eingeführt. Die Römerstadt Tongeren gilt als die älteste Stadt Belgiens. Antike Schätzchen kann man jeden Sonntag auf dem Flohmarkt am Fuße der römischen Stadtmauer ergattern. Weiter führt der Weg nach Leuven, der ältesten Universitätsstadt Belgiens. Hier fasziniert das hochgotische Rathaus, das an ein fein ziseliertes Schmuckkästchen erinnert. Eine Insel der Ruhe mitten in der Stadt bildet der größte Beginenhof Flanderns. Im Mittelalter lebten hier die frommen Beginen Häuschen an Häuschen.

Die Flandernroute führt vorbei an dem verträumten Rosengarten von Coloma zum Schloss von Gaasbeek, einem der schönsten Schlösser Flanderns, welches die sanften Hügel des Pajottenlandes dominiert. Weiter geht es nach Geraardsbergen. Belgier bekommen bei dem Namen feuchte Augen, denn die "Mauer von Geraardsbergen" ist ein Mythos des Radsports. Es ist eine Ehre, die härteste Kopfsteinpflasterstrecke der Welt fahren zu dürfen. Aber keine Sorge, die Flandernroute führt auf gemütlicheren Wegen in die reiche Kunststadt Kortrijk. Sehenswert ist der Beginenhof, in dem samstags das Häuschen der Beginenältesten besichtigt werden kann.

Längs der Leie geht es dann vorbei an Tabakfeldern in das Tabakstädtchen Werwik. Dann führt die Strecke weiter in die ehemalige Tucherstadt Ieper, dessen gigantische gotische Tuchhalle Zeuge einstiger Größe ist. In der Tuchhalle befindet sich das Friedensmuseum In Flanders Fields, das anhand von persönlichen Schicksalen an den Stellungskrieg im Ersten Weltkrieg erinnert, der in der Gegend um Ieper und Langemark wütete. Wer mit dem Rad durch die Landschaft fährt, stößt immer wieder auf Zeugnisse der Flandernschlacht: Weiß aufleuchtende Kreuzreihen der zumeist englischen Soldatenfriedhöfe, die Eichenhaine der deutschen Gräber und die idyllischen Ententeiche, die aus den Bombentrichtern entstanden. Vom Kemmelberg hat man eine fantastische Sicht auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs.

Weiter führt die Route vom Heuvelland in die Hopfenstadt Poperinge. Auf den Feldern rankt der Hopfen bis zu sieben Meter in die Höhe. Im Hopfenmuseum wird der traditionelle Hopfenanbau dokumentiert. Im Frühjahr sollten Sie die regionale Spezialität frische Hopfensprossen probieren. Und wo Hopfen gedeiht, ist Malz nicht mehr fern. An der Klosterpforte der Trappistenabtei von Sint Sixtus kann man mit etwas Glück eines der legendären Trappistenbiere erstehen. Laut Bierpabst Michael Jackson ist es das beste Bier der Welt. Anschaulicher und nicht weniger lecker ist ein Besuch in der Brauerei "De Dolle Brouwers" in Diksmuide. Jeden Samstag brauen die "verrückten Brauer" ganz spezielle Biere auf traditionelle Art und man darf zuschauen, wie das Bier auf das kupferne Kühlschiff fließt.

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